16.10.2026 – Neue Studie zeigt positive Ergebnisse für klinische Hypnose bei Parasomnien
Eine 2026 in der Fachzeitschrift Sleep Medicine veröffentlichte retrospektive Studie der Mayo Clinic untersucht den Einsatz klinischer Hypnose bei unterschiedlichen Parasomnien. Dazu zählen unter anderem NREM-Parasomnien, REM-Schlaf-Verhaltensstörungen, Albtraumstörungen und sogenannte Overlap-Parasomnien. Insgesamt wurden 134 Patienten erfasst, die wegen entsprechender Beschwerden klinische Hypnose erhalten hatten. Für 76 Patienten lagen Verlaufsdaten vor.
Von diesen 76 Patienten berichteten 47 über eine subjektive Verbesserung ihrer Beschwerden nach der Hypnosebehandlung. Das entspricht 61,8 Prozent. Nach der Clinical Global Impression Improvement Scale zeigten 30,3 Prozent eine deutliche Verbesserung und weitere 25 Prozent zumindest eine gewisse Verbesserung. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass klinische Hypnose sowohl bei NREM- als auch bei REM-Parasomnien positive Effekte zeigen kann.
Die Untersuchung ist besonders interessant, weil bisher nur vergleichsweise wenige Daten zur Hypnose bei Parasomnien vorliegen. Die Ergebnisse passen zu einer ebenfalls 2026 erschienenen Literaturübersicht in Sleep Medicine Reviews, in der 24 frühere Untersuchungen ausgewertet wurden. Dort wurde bei einem großen Teil der mit Hypnose behandelten Patienten eine positive klinische Reaktion beschrieben. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die bisherige Studienlage methodisch noch begrenzt ist und weitere kontrollierte Untersuchungen notwendig sind.
Damit verdichten sich die wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass medizinische beziehungsweise klinische Hypnose bei bestimmten Schlafstörungen eine sinnvolle therapeutische Möglichkeit sein kann. Besonders interessant ist dabei, dass inzwischen nicht mehr nur einzelne Fallberichte vorliegen, sondern größere Patientengruppen systematisch ausgewertet werden. Die aktuelle Studie erweitert damit die wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz von Hypnose bei Parasomnien deutlich.
29.09.2026 – Hypnose zeigt positive Ergebnisse bei Schlafproblemen pflegender Angehöriger
Eine aktuelle Pilotstudie hat untersucht, ob selbstständig angewandte Hypnose die Schlafqualität von Menschen verbessern kann, die Angehörige mit Alzheimer oder verwandten Demenzerkrankungen betreuen. Gerade diese Personengruppe leidet häufig unter schlechtem oder unterbrochenem Schlaf, muss gleichzeitig aber in der Lage bleiben, nachts auf den Pflegebedürftigen zu reagieren.
In die Studie wurden 21 Erwachsene aufgenommen und nach dem Zufallsprinzip einer selbst angewandten Hypnose oder einer Schein-Hypnose zugeordnet. Untersucht wurden neben der praktischen Durchführbarkeit unter anderem Schlafqualität und Schlafdauer. Die Teilnehmer der Hypnosegruppe bewerteten die Anwendung zudem als gut handhabbar und zeigten eine hohe Zufriedenheit mit der Behandlung.
Die Ergebnisse zeigten Verbesserungen der Schlafqualität und der Schlafdauer, die sowohl mit Schlaftagebüchern als auch mit dem Pittsburgh Sleep Quality Index erfasst wurden. Aufgrund des Pilotcharakters und der kleinen Teilnehmerzahl lässt sich daraus noch keine abschließende Aussage zur Wirksamkeit ableiten. Die Ergebnisse sprechen jedoch dafür, diese Form der Hypnose in größeren Untersuchungen weiter zu prüfen.
Die Studie wurde von Forschern unter anderem der Baylor University und der Indiana University durchgeführt und im American Journal of Clinical Hypnosis veröffentlicht.